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Im Vorfeld eines Auslandsstudiums gibt es für behinderte Studierende
meist viele Hindernisse und Hürden - oft genug bürokratischer Art
- zu überwinden. Der Organisationsaufwand im Vorfeld ist insgesamt
sehr hoch. Und behinderte Studierende machen im Ausland immer wieder
sehr unterschiedliche Erfahrungen.
So gibt es Erfahrungsberichte, nach denen an ausländische Unis
die Bedingungen für bestimmte Behinderungsformen besser sind als
in Deutschland. Der blinde BWL-Student Jochen Dreher etwa ging für
ein Jahr in die USA und stellte fest: "Es war überwältigend, wie
viele unterschiedliche Hilfen es hier für Behinderte gab. Zunächst
bekam ich bereits ab dem dritten Tag ein Orientierungstraining,
das sehr zu meiner Unabhängigkeit beitrug. Außerdem sind noch Auflesedienste,
Testhilfen und Unterichtsassistenz zu erwähnen. Rückblickend muss
ich sagen, dass sich dieses Jahr in jeder Hinsicht gelohnt hat.
Außerdem konnte ich feststellen, wie sehr viel mehr man sich in
Amerika um die Belange von Behinderten kümmert." Diese Erfahrung
hat ihn derart bestärkt, dass er beschloss, an sein Studium
in Oldenburg ein Master-Studium in Australien anzuschließen.
Über seine Vorbereitungen und seinen Aufenthalt hat er auf
Initiative der Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung
des Deutschen Studentenwerkes (DSW) einen umfangreichen Erfahrungsbericht
(pdf-Datei) geschrieben, der hier mit freundlicher Genehmigung des
DSW zu Verfügung gestellt werden kann.
Aber trotz bester Vorbereitung bleiben Probleme und Pannen im
Ausland selbst oft nicht aus. "Bei unserer Ankunft erwies sich das
als rollstuhlgerecht gepriesene Hotel "Le petit paradis" als zu
‚petit', um mit dem Rollstuhl in den Lift oder in die Toilette zu
gelangen", berichtet der Rollstuhlfahrer Ingo Nienaber, der
einen Teil seines Informatikstudiums auf Malta absolvierte. "Zudem
weiß ich nun, dass das Paradies mit Treppen im Eingangsbereich ausgestattet
ist."
Zusätzlich sind die zuständigen Institutionen in den Gastländern
oft mit den spezifischen Fragestellungen behinderter Studierender
überfordert, wie der Organisation von Pflege, Mobilität und rollstuhlgerechter
Unterkunft und Regelungen für die Aus- und Einfuhr von Blindenführhunden
und behindertengerecht angepassten Pkws.
"Trotz des Aufwandes empfehlenswert"
Trotz dieser hohen Anforderungen raten jedoch auslandserfahrene
Studierende keineswegs vom Studium im Ausland ab, sondern wollen
Mut machen zu diesem immer noch selten realisierten Vorhaben: "Im
Rückblick gab es zwar einige Schwierigkeiten, die es zu bestehen
galt, doch mehr noch sehe ich die Erfahrungen eines anderen Lebens,
angefangen vom Einkaufen bis zum Studium an der Universität und
nicht zuletzt den Umgang der Menschen miteinander. Ich würde es
trotz der Umstände, die es mir bereitet hat, immer wieder machen
und kann jedem ein Auslandsstudium im Allgemeinen und in Malta im
Besonderen nur wärmstens empfehlen", rät Ingo Nienaber.
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Behindertenberaterin
ist auch für ausländische Studierende da
Die Sprechstunde und das Angebot der Behindertenberaterin
Wiebke Hendeß richten sich übrigens auch an ausländische
Studierende mit Behinderungen, die im Bereich des Studentenwerks
Oldenburg, d.h. an der Universität Oldenburg, an der Fachhochschule
Emden/Leer sowie an der Jade Hochschule studieren.
Sehr hilfreich für ausländische Studierende sind auch
die Internetseiten des Deutschen Studentenwerks, auf denen viele
englischsprachige Informationen zu finden sind:
Information
for foreign prospective students with disabilities or chronic diseases
(extern)
Empfehlenswert ist auch eine Broschüre zu den Fördermöglichkeiten
in Europa durch Erasmus (pdf-Datei 767 KB) mit Erfahrungsberichten.
Außerdem kann die Behindertenberatung für Interessierte Kontakte
zu auslandserfahrenen behinderten Studierenden herstellen. Darüber
hinaus gibt es spezielle Informationen und Broschüren zum Auslandsstudium.
Sehr hilfreich ist etwa eine Checkliste in verschiedenen Landessprachen,
mit der an den Gasthochschulen die besonderen Gegebenheiten abgefragt
werden können. Darüber hinaus gibt es spezifische Infoblätter
zu einigen Ländern, eine Broschüre zu den Möglichkeiten an europäischen
Hochschulen sowie weitere Literaturhinweise, die ebenfalls bei Wiebke
Hendeß zu erhalten sind.
Umfangreiche Beratung und Information zum Auslandsstudium erhalten
Sie beim International
Student Office (ISO).
Hier noch einige hilfreiche Links mit Infos rund ums Auslandsstudium:
Stand 04/10 |