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WARUM DENN NICHT?
Migration und Bildung

Wer wir sind

Das Projektteam

Profinlogo

Unser Projektteam besteht aus vier Personen. Projektleiterin ist Elfi Wartenberg, Beraterin in der Psychosozialen Beratungsstelle. Cigdem Handschuch fungiert als wissenschaftliche Mitarbeiterin und hat einen persönlichen Migrationshintergrund. Sie ist für die Öffentlichkeitsarbeit sowie für die Betreuung und Beratung der SchülerInnen und StudentenInnen verantwortlich. Johanna Stutz ist für die Evaluation des Projektes zuständig.
Unterstützt wird unser Projekt vom Team der Psychosozialen Beratungsstelle (PSB). Die PSB ist eine Kooperationseinrichtung des Studentenwerks Oldenburg und der Carl von Ossietzky Universität.

Cigdem Handschuch

Cigdem Handschuch

Ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem Projekt: Warum denn nicht? – Migration und Bildung. Dass ich in diesem Projekt arbeite freut mich ungemein, da ich jetzt die Möglichkeit habe meine eigene Erfahrung mit SchülerInnen und Studierenden, die wie ich eine Migrationsgeschichte haben, zu teilen.
Ich bin türkischer Abstammung und lebe seit meinem 3. Lebensjahr in Norddeutschland. Ich habe in Wilhelmshaven die Schule besucht und dort mein Abitur gemacht.

In der Zeit meines Studiums stellte ich fest, dass es nicht so viele Studierende mit Migrationshintergrund gab. Auch heute zeigen die Zahlen, dass es wenig StudienanfängerInnen aus den Reihen der 2. und 3. Generation der Migranten gibt. Die Abbrecherquote der Studierenden mit Migrationshintergrund liegt dagegen bei ca. 45%.


Inzwischen sind die Bedingungen ein Studium zu beginnen nicht einfacher geworden, so liegen z.B. die Studienbeiträge bei 500 € pro Semester. Umso bedrückender ist es, das die zahlreichen Hilfsangebote die von der Universität und vom Studentenwerk angeboten werden, nicht ausreichend von den Studierenden mit Migrationshintergrund genutzt werden.

Im Jahr 2003 habe ich mein Studium im Fach Diplom-Sozialwissenschaften abgeschlossen. Bis zu diesem Ziel hatte ich mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. Während ich in meiner Schulzeit kaum oder wenig Probleme hatte, zeigten sich bereits am Anfang meines Studiums die ersten Anzeichen. Der Mikrokosmos der Universität ist eine ganz neue Welt, mit ganz neuen Anforderungen. Es stellte sich heraus, dass man nur mit guten Schulnoten nicht automatisch die universitären Ansprüche erfüllt.

Aber ich ließ mir helfen: Ich kam mit Kommilitonen zusammen und wir arbeiteten im Team und lernten voneinander. Ich hatte auch das Glück gute Dozenten zu haben, die mir das wissenschaftliche Arbeiten näher brachten. Hilfe anzunehmen ist der erste Schritt um eine erfolgreiche Laufbahn einzuschlagen. Gerade am Anfang ist es wichtig die Erfahrung anderer zu nutzen,  um sich in den universitären Strukturen zurechtzufinden. Heute kann ich etwas für Euch tun, wenn ihr den Mut habt und Euch auf ein Studium einlasst.


Johanna Stutz
Studentische Mitarbeiterin im Projekt

Johanna Stutz Ich habe ein Studienjahr in Jujuy/Argentinien verbracht und dabei selbst erlebt, wie es ist, sich fremd bzw. überfordert zu fühlen - und wie wichtig es dann ist, Unterstützung durch andere Menschen zu finden. Das waren für mich damals meine Gasteltern, Freunde und Hilfskräfte aus meinem Studiengang. Durch sie schaffte ich es, meine Situation wieder als Herausforderung statt als Hindernis anzusehen.

Diese Erfahrungen sind mir in Deutschland von Nutzen, heute greife ich eigeninitiativ und selbstbewusster auf Hilfe zurück. Inzwischen bin ich mit meinem früheren argentinischen Freund verheiratet und durfte hier miterleben, wie er sich in einem fremden Kontext zurechtfinden musste und wie wichtig Unterstützungsangebote sind.
Jeder kann sich einmal in aussichtslosen Situationen wiederfinden, und der Schritt zu Beratung und Hilfe lohnt sich nicht nur, sondern zeugt von Eigenverantwortung und Entschlossenheit.
Ich habe an der Oldenburger Carl-von-Ossietzky-Universität Interkulturelle Pädagogik studiert. Mein Interesse am Projekt „Warum denn nicht? – Migration und Bildung“ hängt mit meinen Studienschwerpunkten und damit verbundenen Erfahrungen im Bereich Migration zusammen. Innerhalb des Projektes habe ich dessen Evaluation übernommen; der Projektbericht wird gleichzeitig die Grundlage für meine Diplomarbeit sein.
Ich freue mich auf diejenigen, die ihre Zukunft in die Hand nehmen und über jeden, der durch unsere Tätigkeiten einen Schritt weiter kommt.


Ewa Tuszynski
Studentische Mitarbeiterin im Projekt

Ewa Tuszynski Ich arbeite als studentische Hilfskraft bei diesem Projekt mit und bin hauptsächlich für das Filmmaterial zuständig.
Anfänglich wusste ich, ehrlich gesagt, nicht viel über die Ziele und die Aufgabenbereiche, die dieses Projekt verfolgt. Auch als ich hörte, dass es sich an Bildungsinländer richtet, fühlte ich mich noch nicht angesprochen. Erst mit der Zeit wurde mir klar, dass auch ich zu der Zielgruppe zählte und das weckte mein zusätzliches Interesse.

Ich komme ursprünglich aus Polen, bin aber seit meinem dritten Lebensjahr in Deutschland. Kindergarten, Grundschule und Gymnasium habe ich in Kiel absolviert und nach einem Jahr im Ausland fing ich dann 2006 mein Studium in Oldenburg an.

Vielleicht hatte ich Glück, vielleicht gaben mir meine Eltern aber auch genügend Selbstsicherheit auf den Weg, aber ich fühlte mich nie wirklich benachteiligt gegenüber den deutschen Einheimischen. Natürlich hatte ich von Zeit zu Zeit Sprachprobleme oder kannte mich nicht so gut in hiesigen Traditionen aus wie meine Mitschüler oder Kommilitonen, doch lernte ich dies nicht nur als Nachteil zu sehen: Schließlich hatte ich zwei Muttersprachen und zwei Kulturen, zu denen ich mich zugehörig fühlte.

Im Austausch mit anderen jungen Leuten mit Migrationshintergrund fiel mir immer wieder auf, dass nicht alle so ein Glück mit ihrem in Deutschland angetroffenem Umfeld hatten wie ich und dass ihnen ihr Hintergrund nicht selten das Leben hier erschwerte. Doch wurde mir durch das Projekt erst richtig bewusst, was für ein großes Geschenk wir alle erhalten haben: Viele von uns beherrschen von Kind an mehrere Sprachen und unsere Heimat besteht nicht nur aus einem Land und einer Kultur. Wir haben etwas zu bieten und können stolz auf unsere Multikulturalität sein und müssen die enormen Vorteile, die uns aus diesem Grunde gegeben wurden, für uns nutzen und darauf aufbauen!

 


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