Kolumne: Weisheit trotz(t) Krise

von Frank Haber

Von der Chance in der Krise zur Weisheit aus der Krise – Was wir aus Grenzerfahrungen lernen und wozu das alles noch gut sein wird.

Was könnte positiv an einer existentiell bedrohlichen Krise sein, die wir als Menschen oder Menschheit erleben? Vielleicht ist es das Wegbrechen alter morscher Gewissheiten, die uns endlich erkennen lässt, worauf es wirklich und wahrhaftig ankommt in unserem Leben.

Vor ungefähr 30 Jahren hatte ich ein, im wahrsten Sinne des Wortes, „einschlagendes“ Erlebnis. Als Studierender des Sozialwesens und Repräsentant der Evangelischen Studentengemeinde Fulda war ich eingeladen, eine Predigt zu halten. Mit einem gelben VW Polo, Baujahr 1975, machten wir uns zu viert auf den Weg. Eine Kommilitonin fuhr den Wagen. Ich saß mit einer weiteren auf der Rückbank. Die Polizei teilte uns später mit, dass wir von einer großen blauen Limousine erfasst wurden, die mit ca. 80km/h auf der Landstraße unterwegs war, als wir das Stoppschild sträflich missachteten und unvermittelt ihren Weg kreuzten.Der Fahrer meinte, dass er keine Zeit zum Bremsen gehabt habe, so plötzlich sei der Polo vor ihm aufgetaucht. Sein Wagen und er selbst hatten erstaunlicherweise nur geringen Schaden genommen.  Wir allerdings wurden durch die Luft katapultiert, überschlugen uns mehrfach und landeten rücklings auf dem Feld nebenan, wo unser Trip jäh endete. Für mich war das der Anfang einer Reise, die mich einiges über Akzeptanz als Schlüssel zur Veränderung lehren sollte.

Heute soll es um etwas Großes gehen: um den Begriff der Balance als etwas Positives. Ist Balance nicht so etwas wie die optimale Beziehung zwischen zwei oder mehreren Teilen eines Ganzen? Teile, die, obwohl mitunter sehr unterschiedlich und möglicherweise antagonistisch in ihrem Wesen, sich so gut miteinander in Beziehung setzen, dass sie die „Magie des Lebens“ überhaupt erst ermöglichen?!

     
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