Unterstützung für Studierende mit psychischen Erkrankungen und großen Belastungen

Unterstützung für Studierende mit psychischen Erkrankungen und großen Belastungen

Die Grundidee

Nach einer schweren psychischen Krise – oftmals verbunden mit stationärer Behandlung – können Betroffene ihr Studium meist nur eingeschränkt fortsetzen. In dieser Gruppe werden die Möglichkeiten und Ressourcen der TeilnehmerInnen aufgegriffen und aktiviert, um eine Weiterführung des Studiums zu ermöglichen.Es werden praktische Anleitungen zum Lernen und Arbeiten gegeben und der Austausch der Betroffenen ermöglicht. Das Angebot versteht sich als Ergänzung, nicht als Alternative zur ambulanten psychiatrischen Versorgung. Vor der Gruppenteilnahme wird ein Vorgespräch geführt.

Wann und wo?

Leitung: Marianne Prinz-Stäb
Termin: Der Einstieg in die Gruppe ist jederzeit möglich.
Ort: PBS, Raum A12 3-318 (im SSC)
Info und Anmeldung im Sekretariat des PBS
Tel.: 0441/798-4400
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die besondere Situation von Menschen mit schweren psychischen Schwierigkeiten

Die besondere Situation von Menschen mit schweren psychischen Schwierigkeiten

Probleme und Unsicherheiten in Alltag und Studium kennt jeder. Und meist sind die Betroffenen in der Lage, diese Probleme selbst zu meistern. Manchmal entscheiden sie sich auch dafür, in einer Beratungsstelle Hilfe zu suchen. Es kann aber in manchen Fällen passieren, dass sich innerlich alles zusammenzieht, die Betroffenen alle Kontakte abbrechen, keine Hoffnung auf Lösung mehr sehen und den völligen Rückzug antreten: Sie befinden sich in einer Depression. Oder sie erleben schizophrene Episoden, fühlen sich fremdgesteuert, hören vielleicht Stimmen.

In diesen Fällen ist die Seele so schwer erkrankt, dass die Betroffenen in eine Klinik eingewiesen werden, um den akuten Prozess zu stoppen und mit verschiedenen Therapieansätzen eine neue Basis für sich zu finden. Diese Zeiten sind sehr einschneidende Erlebnisse, und auch nach einem Klinikaufenthalt ist noch viel Zeit nötig, um die ursprüngliche innere Sicherheit und Leistungsfähigkeit wieder aufzubauen.

Viele "Studien-RückkehrerInnen" haben mit ihren Ansprüchen zu kämpfen, jetzt schnell und zügig zu studieren, um alles Versäumte aufzuholen und die eigene Leistungsfähigkeit zu beweisen. Diese Haltung kann zu neuer Überforderung führen und birgt die Gefahr von Misserfolgen oder sogar einer erneuten Erkrankung. Denn die Erfahrung zeigt, dass Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen oft nur wenig Konzentration aufbringen können, dass eine Stunde am Tag sie schon erschöpft und allein die alltägliche Versorgung fast alle Kraft braucht. Auch das vermeintliche Stigma langer Ausfallzeiten und damit einer verlängerten Studiendauer kann die Betroffenen zusätzlich unter Druck setzen.

An dieser Stelle setzt die Gruppe "Hilfen zum Wiedereinstieg" in der PSB an. Sie will Unterstützung bieten, um wieder Fuß fassen zu können und um Mut zu finden, das Studium fortzuführen, auch wenn es länger dauert als üblich, oder um entscheiden zu können, ob das Studium noch das Richtige ist oder möglicherweise eine andere Ausbildung besser passt.

Die Vorgehensweise in der Gruppe

Die Vorgehensweise in der Gruppe

Die Gruppe trifft sich einmal wöchentlich in den Räumen der PSB am Uhlhornsweg. Die Sitzungen teilen sich in zwei Teile. Zum Einen geht es um die persönliche Befindlichkeit, zum Anderen geht es um konkrete Arbeitsvorhaben in der Hochschule. Es ist wichtig, wieder Zugang zu dieser Lern- und Arbeitswelt zu bekommen, und oftmals ist es schon ein erster Schritt, sich überhaupt wieder für den Weg in die Hochschule zu entscheiden und auch Cafeteria und Mensa zu besuchen.

Die Betroffenen haben die schwierige Aufgabe zu bewältigen, ihre Ansprüche auf ein realistisches Maß zu bringen, die Krankheit zu akzeptieren und dennoch am Ball zu bleiben, es als Erfolg zu sehen, jeden Tag etwas für die Uni zu tun, und darauf vertrauen zu lernen, dass jede/r auch so ihr/sein Ziel erreichen kann.

Für die konkrete Umsetzung der Arbeitsziele wird jeweils für die kommende Woche die zeitliche Einteilung von Alltag, Freizeit und Hochschularbeit besprochen. Außerdem wird genau festgelegt, wann und wie lange für's Studium gearbeitet wird und an welchem Vorhaben. Die Gruppe vermittelt Arbeitstechniken, Hilfestellungen zur Erstellung von Hausarbeiten oder Übungen zum Vortragen von Referaten. Als besonders hilfreich und entlastend erleben es die GruppenteilnehmerInnen, sich mit Menschen austauschen zu können, die ähnliche Erfahrungen haben und ihre spezifischen Sorgen teilen.

     
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