Wer unter 25 Jahre alt ist, nicht mehr als 455 € (Stand: 2020, bis 31.12.2019: 445 €) an monatlichem Einkommen bezieht und gesetzlich versicherte Eltern hat, kann in der Regel über die Eltern kostenlos familienversichert werden. Die Familienversicherung ist auch bei EhepartnerInnen oder gesetzlich eingetragenen Lebenspartnern möglich, wobei die Altersgrenze keine Rolle spielt. Auch bei behinderten Kindern kann die Altersgrenze entfallen (§ 10 Abs. 2 Nr. 4 SGB V). Bei einer geringfügigen Beschäftigung (z.B. Mini-Job) besteht gleichfalls kein Konflikt mit der Familienversicherung.

Erreicht das Einkommen kritische Höhen und droht eine Überschreitung, müssen Sie dies eigenständig der Krankenkasse melden. Andernfalls kann es bei späteren Datenabgleichen und nachträglichem Wegfall der Familienversicherung zu erheblichen Nachzahlungen für die Krankenversicherung der Studenten kommen.


Wer nur selbstständige Tätigkeit (Honorarverhältnis) oder Jobs nach "Werkstudentenstatus" betreibt, muss sich an der 455 €-Grenze orientieren (Stand: 2020), wobei aber Betriebskosten vom Honorar und Werbungskosten vom Werkstudentenjob absetzbar wären. Bei zweiterem verringert sich das Bruttoeinkommen um mindestens 83,33 € Werbungskostenpauschale, so dass es zu einer schmalen Zone kommt, welche trotz Vorliegen des Werkstudentenstatus nicht zum Wegfall der Familienversicherung führt: 455 € + 83,33 € = 538,33 € Brutto (siehe dazu S. 10 im pdf Rundschreiben zum Einkommensbegriff der Familienversicherung (169 KB) , dort allerdings mit veralteten Zahlenwerten!). Dies wird in vielen meist vereinfacht dargestellten Infos zur Familienversicherung nicht deutlich.


Eine Überschreitung der Verdienstgrenze ist nur sporadisch möglich. Die Krankenkassen orientieren sich, was ausnahmsweise Überschreitungen angeht, an den Regelungen zur kurzfristigen Beschäftigung, also maximal drei Monate pro Kalenderjahr in Form von befristeten Verträgen.

Um Unklarheiten zu vermeiden, fragt man am besten die zuständige Krankenkasse, zumal sich aus den hier gemachten Aussagen noch kein individuelles Gesamtbild erstellen lässt. Wer sich eigenständig informieren will, kann das entsprechende Rundschreiben studieren (siehe Navigation unter "Jobben - Downloads"!).

Achtung, es soll bedingt durch die Corona-Pandemie eine befristet wirksame Ausdehnung der Dauer einer kurzfristigen Beschäftigung geben: 5 Monate bzw. 115 Arbeitstage. Befristung: 1.3 .- 31.10.2020, Gesetz, Artikel 3 Nr. 3. Die Verknüpfung der Regelungen zur kurzfrsitigen Aushilfe mit den Überschreitungsregelungen in der Famlienversicherung hat eigentlich Tradition. Dennoch sollte hierzu eine Absicherung bei der zuständigen Krankenkasse eingeholt werden.

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