Am Anfang standen die Wünsche der Studierenden
Kurz nach seinem Amtsantritt 1982 wollte Geschäftsführer Gerhard Kiehm, der das Studentenwerk bis April 2013 leitete, mehr über „seine“ Studierenden erfahren: In einer Umfrage wünschten sich viele von ihnen, dass in der Mensa mehr frische, biologisch angebaute und vollwertige Lebensmittel angeboten würden. Diesen Wunsch erfüllte Kiehm gerne – in Form des „Alternativ-Essens“. Zugleich wurde damit beim Studentenwerk das Nachdenken über eine umweltverträgliche Lebensmittelproduktion angestoßen, so dass das Engagement stetig weiterentwickelt und ausgebaut wurde.

Pionier-Probleme
Oldenburg war deutschlandweit das erste Studentenwerk, das konsequent nachhaltige Lösungen für die Verpflegung von vielen tausend Studierenden gesucht hat. Vorbilder oder gar ein Handbuch gab es dafür Anfang der achtziger Jahre nicht. Und so mussten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter improvisieren und vor allem viel experimentieren. „Die Rezepte für das ‚Alternativessen‘ haben wir zum Beispiel aus unseren privaten Kochbüchern herausgesucht und dann die Mengen hochgerechnet“, beschreibt Einkaufsleiterin Doris Senf, die die Nachhaltigkeitsstrategie von Beginn an mitgeprägt hat, die turbulenten Anfangsjahre.
Auch die Beschaffung biologisch angebauter Lebensmittel war in den ersten Jahren alles andere als einfach: „Die Bio-Bauern in der Region haben nur kleine Mengen produziert und auf dem Wochenmarkt verkauft. Großkunden waren sie nicht gewöhnt, so dass wir bei sehr vielen Betrieben gekauft haben, um die benötigten Mengen zusammen zu bekommen“, erinnert sich Doris Senf. Gemeinsam mit den regionalen Bio-Betrieben entwickelte das Studentenwerk nach und nach tragfähige Modelle zur Kooperation. „Diese partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Lieferanten ist uns bis heute sehr wichtig“, betont Senf. Dieses Prinzip gilt auch für die Mitarbeiter des Studentenwerks: „Viele Anregungen, an welchen Stellen wir noch besser, noch umweltbewusster handeln können, kommen aus den Küchen selbst.“

Ziel: Nachhaltiges Handeln im Alltag
„Wir wollen beweisen, dass nachhaltiges Handeln im Alltag auch bei einem schmalen studentischen Geldbeutel möglich ist“, formuliert Ted Thurner, seit Mai 2013 Geschäftsführer, den Anspruch des Studentenwerks Oldenburg. Als Großverbraucher mit bis zu 7.000 ausgegebenen Essen pro Tag ist das Studentenwerk zudem ein wesentlicher Motor für biologische Landwirtschaft in der Region. „Der Einfluss unserer Ernährungsweise auf Klima und Umwelt ist kaum zu unterschätzen. Dieser Verantwortung fühlen wir uns verpflichtet.“
Nachhaltigkeit im Alltag bedeutet für das Studentenwerk auch, sein Handeln immer neu zu prüfen und gegebenenfalls umzusteuern – so geschehen erst kürzlich beim Frittierfett: Statt Palmöl, für dessen Produktion häufig Regenwälder abgeholzt werden, wird ab sofort nur noch Rapsöl verwendet.

oekologisch wertvoll!

 

 

Artgerecht, fair gehandelt und von hier sind nur einige Kennzeichen der Nachhaltigkeitsstrategie des Studentenwerks. Was noch dazu gehört, erfahren Sie hier.

     
Go To Top