Studentenwerk lässt Lebensmittelproben analysieren: Erfreuliches Ergebnis

Bereits seit 1993 engagiert sich das Studentenwerk Oldenburg gegen gentechnisch veränderte by CLM bv/pixabay.comLebensmittel. Alle Lieferanten müssen einen Nachweis beibringen, dass in ihren Produkten keine kennzeichnungspflichtigen gentechnisch veränderten Organismen (GVO) enthalten sind. Im vergangenen Herbst  ist das Studentenwerk noch einen Schritt weiter gegangen und hat stichprobenartig testen lassen, ob die Zusicherungen der Lieferanten zutreffend sind.
Im Oktober 2011 wurden vier Warenproben untersucht: „Maiskörner, Maisstärke und Sonnenblumenöl aus Bio-Anbau sowie eine vegetarische Bolognese-Sauce aus konventioneller Herstellung wurden vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik in Quakenbrück getestet“, erläutert Gerhard Kiehm, Geschäftsführer des Studentenwerks. Das Ergebnis: In den Bioprodukten waren keinerlei Spuren von gentechnisch veränderten Organismen nachweisbar, und in der Bolognese-Sauce blieben sie mit 0,04 Prozent weit unter dem erlaubten Grenzwert von 0,9 Prozent.

Bioprodukte geben größtmögliche Sicherheit

Das Studentenwerk erhält von seinen Lieferanten die schriftliche Zusicherung, dass die gelieferten Lebensmitteln frei von kennzeichnungspflichtigen GVO sind.  Das garantiert aber aufgrund bestimmter Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht (siehe S. 2) noch nicht völlige Gentechnikfreiheit. „Vor diesem Hintergrund ist das Ergebnis unserer Warenprüfung äußerst erfreulich“, so Kiehm. „Durch die unabhängige Prüfung der Lebensmittel erhalten wir und vor allem unsere Mensagäste die Sicherheit, dass wir unseren Produkten vertrauen können.“ Dass speziell die Bioprodukte im Gentechnik-Test so hervorragend abgeschnitten haben, bestärkt das Studentenwerk einmal mehr darin, den Bezug von Bio-Lebensmitteln auch weiterhin auszubauen. „Hier gibt es die größtmögliche Sicherheit, ein gentechnikfreies Produkt zu erhalten“, so der Geschäftsführer.

Neuland-Fleisch: Gentechnik nicht erlaubt

Das gleiche gilt für den Bezug von Neuland-Fleisch aus artgerechter Tierhaltung. Denn hier sind, anders als bei Fleisch aus konventioneller Haltung, jegliche gentechnisch veränderte Futtermittel, Zusatzstoffe und Medikamente verboten. Bereits seit 1998 bezieht das Studentenwerk in allen Mensen sein Rind-, Lamm- und Schweinefleisch ausschließlich von Neuland-Höfen. Der Anteil an Huhnfleisch aus artgerechter Haltung wächst zwar, kann aber aufgrund des Preisgefüges nur langsam gesteigert werden. 2011 lag der Anteil bei etwa 20 Prozent.

Kennzeichnungspflicht – mit Ausnahmen

Grundsätzlich gilt: Seit 2004 müssen EU-weit alle Produkte gekennzeichnet werden, bei deren Herstellungsprozess bewusst und gezielt GVO eingesetzt werden. Bis zu 0,9 Prozent GVO dürfen allerdings im Endprodukt nachweisbar sein, ohne dass gekennzeichnet werden muss. Die Toleranz wird deshalb eingeräumt, weil es passieren kann, dass durch technische oder natürliche Vorgänge gentechnisch veränderte Organismen unabsichtlich in die Produkte geraten. Weitere Ausnahmen gelten etwa für Zusatzstoffe, die mithilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen erzeugt wurden. Ein weitverbreitetes Beispiel dafür ist das Labferment, das bei der Käseherstellung benötigt wird und früher aus Kälbermägen gewonnen wurde.
Auch Fleisch, Milch oder Eier von Tieren, die gentechnisch verändertes Futter erhalten haben, dürfen prinzipiell als „gentechnikfrei“ gekennzeichnet werden, wenn das entsprechende Futter vor einer jeweils geltenden Frist vor der Verwertung abgesetzt wurde. (Quelle: www.transgen.de)
Für die Zukunft sind im Studentenwerk weitere Warenprüfungen auf gentechnisch veränderte Organismen geplant: „Wir wollen jedes Jahr mehrere Produkte testen lassen“, sagt Geschäftsführer Gerhard  Kiehm.

     
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