Code-Nr.: DE-ÖKO-039

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Das Gemüse, das das Studentenwerk Oldenburg in seinen Mensen und Cafeterien verarbeitet, kommt zu einem Drittel aus ökologischer Erzeugung; bei anderen pflanzlichen Erzeugnissen liegt der Anteil zum Teil sogar noch weit höher. Doch was bedeutet das heute gern gebrauchte Schlagwort "ökologisch" im Einzelnen?

Ökologische Erzeugung von Nahrungsmitteln beruht auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit. Boden, Pflanze, Tier und Mensch werden als gleichberechtigte Glieder einer Kette gesehen, die möglichst harmonisch zusammenwirken sollen. Der Gedanke, dass alles Leben in der Natur in Gemeinschaften von Tier- und Pflanzenarten stattfindet, die sich einem bestimmten Lebenraum anpassen, wird in der ökologischen Landwirtschaft der Erzeugung von Nahrungsmitteln zugrunde gelegt.

Dabei steht nicht der kurzfristige wirtschaftliche Gewinn im Vordergrund, sondern das langfristig aufzubauende und zu erhaltende Gleichgewicht in der Natur. Jede einzelne Maßnahme muss auf die Förderung der Gesamtheit ausgerichtet sein.

Viele landwirtschaftliche Betriebe, die ökologisch wirtschaften, haben sich Erzeugerverbänden angeschlossen, die verbindliche Richtlinien für die Produktion ökologischer Nahrungsmittel aufgestellt haben, damit es für die VerbraucherInnen möglich ist, die Produktionsbedingungen nachzuvollziehen.

Die Zulieferbetriebe des Studentenwerks Oldenburg etwa gehören dem Bioland-Verband an, der mit über 4.100 Betrieben der größte deutsche Zusammenschluss ökologisch wirtschaftender Bauernhöfe und weiterverarbeitender Betriebe ist.

Auszug aus den Richtlinien des Bioland-Verbandes für den ökologischen Anbau von Pflanzen:

  • Standort: Auswahl möglichst unbelasteter Standorte. Gestaltung des Standortes nach ökologischen Gesichtspunkten für Gesundheit und Widerstandskraft der Kulturpflanzen, z.B. durch zusätzliche Bepflanzung oder Schaffung von Nistmöglichkeiten für Nützlinge.
  • Saat- und Pflanzgut muss, soweit verfügbar, aus ökologischem Landbau stammen und den Gegebenheiten des Standortes angepasst sein. Verbot der Behandlung mit chemisch-synthetischen Beiz- oder anderen Pflanzenschutzmitteln.
  • Fruchtfolge als wichtige Grundlage der ökologischen Landwirtschaft zur Sicherung einer nachhaltigen Bodenfruchtbarkeit und der Widerstandskraft der Pflanzen gegen Krankheiten und Schädlinge.
  • Düngung: Grundlage der Düngung ist organisches Material aus dem eigenen Betrieb wie ggf. Mist landwirtschaftlicher Nutztiere oder pflanzliche Rückstände. Ausgeschlossen sind synthetische Düngemittel, Guano und Harnstoff sowie Gülle, Jauche oder Geflügelmist aus konventioneller Tierhaltung.
  • Pflanzenschutz durch angemessene Fruchtfolge, Sortenwahl sowie standort- und zeitgerechte Bodenbearbeitung. Förderung der Ansiedlung von Nützlingen durch Anlage von Hecken, Nestern und Feuchtbiotopen. Verbot jeglicher chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel.
  • "Beikrautregulierung" durch vorbeugende, mechanische oder thermische Methoden. Chemisch-synthetische Herbizide sind verboten.
  • Für Gemüse- und Obstanbau gelten weitere besondere Richtlinien, die zusammen mit den detallierten allgemeinen Richtlinien für den Pflanzenanbau unter www.bioland.de nachzulesen sind.
     
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