Salat? Klar, aber frisch muss er sein, auch im Winter. Tomaten und Gurken das ganze Jahr über zu verspeisen, ist in unserer Esskultur selbstverständlich. Auch bestimmte Obstsorten sind inzwischen weit über die eigentliche Saison hinaus am Markt erhältlich. Doch diese Saisonverschiebungen haben für Umwelt und Klima weitreichende Konsequenzen.

„Regional und saisonal sind für uns eigentlich untrennbar verbundene Begriffe“, macht Einkaufsleiterin Doris Senf aus der Abteilung Hochschulgastronomie des Studentenwerks Oldenburg deutlich. Logisch: Regionale Erzeuger liefern in der Regel nur Ware, die auch zu der jeweiligen Jahreszeit in der Region erntereif ist; dabei wird Freilandgemüse der Gewächshausproduktion vorgezogen. Zudem werden die Transportwege gering gehalten, was nicht nur knackfrische Feldfrüchte gewährleistet, sondern auch die Umwelt weniger belastet.

Mehr Treibhausgase durch Gewächshausproduktion

Beispiel: Ein Kilogramm Bio-Tomaten, die während der Saison in der Region aus dem Freiland geerntet werden, belasten die Umwelt mit nur 35 g Treibhausgasen, während die selbe Menge Tomaten als Import von den Kanarischen Inseln schon 7.200 g Treibhausgase erzeugen. Noch kritischer ist die Erzeugung im heimischen beheizten Gewächshaus: Hier werden, auch bei Ökolandbau, bis zu 9.300 g schädlicher Gase erzeugt. Dazu kommt der Wasserverbrauch: ‚Virtuelles Wasser‘, also die eigentlich unsichtbare Wassermenge, die bei Produktion der Lebensmittel anfällt, ist bei der Entscheidung für regionale und saisonale Produkte ebenfalls ein gewichtiges Argument. „Hier ist natürlich auch klar, dass Lebensmittel, die von weit her kommen, mehr Energie und Wasser verbrauchen als Produkte von einem Hof im Nachbarort“, gibt Doris Senf zu bedenken.

Erdbeeren im Dezember: Fehlanzeige

Wie wird das Konzept der Regionalität und Saisonalität nun in den Mensen des Studentenwerks Oldenburg umgesetzt? Generell gilt die Faustregel, dass ausgesprochenes Saisongemüse oder -obst wie Spargel oder Erdbeeren außerhalb der Saison überhaupt nicht angeboten werden. „Wenn unsere Erzeuger das entsprechende Produkt nicht anbieten können, kommt es bei uns auch nicht auf den Teller“, erläutert Doris Senf. Auch das Angebot an Tomaten und Gurken oder bestimmten Salaten wird im Herbst stark zurückgefahren. Dafür kommen Saisonsalate wie Feldsalat oder Endivien zum Einsatz. „An der Pizzastation können wir allerdings etwa auf Tomaten rund ums Jahr nicht ganz verzichten“, so die Einkaufsleiterin.

     
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