Das Projekt „Warum denn nicht? – Migration und Bildung“, das im Rahmen eines Förderprogramms (Profin) des DAAD als Modellprojekt im Mai 2009 begann, wurde im April 2012 von der Universität übernommen. Diese Form des Beratungsangebots für Studierende mit Migrationshintergrund ist bundesweit einzigartig und wird unterstützt vom Team der Psychosozialen Beratungsstelle (PSB). Die PSB ist eine Kooperationseinrichtung des Studentenwerks Oldenburg und der Carl von Ossietzky Universität.

Cigdem Handschuch


Cigdem HandschuchIch bin wissenschaftliche Mitarbeiterin und arbeite seit 2009 in dem Projekt "Warum denn nicht? – Migration und Bildung".
Dass ich in diesem Projekt arbeite, freut mich ungemein, da ich die Möglichkeit habe, meine eigene Erfahrung mit SchülerInnen und Studierenden, die wie ich eine Migrationsgeschichte haben, zu teilen.

Ich bin türkischer Abstammung und lebe seit meinem 3. Lebensjahr in Norddeutschland. Ich habe in Wilhelmshaven die Schule besucht und dort mein Abitur gemacht.

In der Zeit meines Studiums stellte ich fest, dass es nicht so viele Studierende mit Migrationshintergrund gab. Auch heute zeigen die Zahlen, dass es wenig StudienanfängerInnen aus den Reihen der 2. und 3. Generation der Migranten gibt. Die Abbrecherquote der Studierenden mit Migrationshintergrund liegt dagegen bei ca. 45%.

Inzwischen sind die Bedingungen, ein Studium zu beginnen, nicht einfacher geworden, so liegen z.B. die Studienbeiträge bei 500 € pro Semester. Umso bedrückender ist es, dass die zahlreichen Hilfsangebote, die von der Universität und vom Studentenwerk angeboten werden, nicht ausreichend von den Studierenden mit Migrationshintergrund genutzt werden.

Im Jahr 2003 habe ich mein Studium im Fach Diplom-Sozialwissenschaften abgeschlossen. Bis zu diesem Ziel hatte ich mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. Während ich in meiner Schulzeit kaum oder wenig Probleme hatte, zeigten sich bereits am Anfang meines Studiums die ersten Anzeichen. Der Mikrokosmos der Universität ist eine ganz neue Welt, mit ganz neuen Anforderungen. Es stellte sich heraus, dass man nur mit guten Schulnoten nicht automatisch die universitären Ansprüche erfüllt.

Aber ich ließ mir helfen: Ich kam mit Kommilitonen zusammen und wir arbeiteten im Team und lernten voneinander. Ich hatte auch das Glück, gute Dozenten zu haben, die mir das wissenschaftliche Arbeiten näher brachten. Hilfe anzunehmen ist der erste Schritt um eine erfolgreiche Laufbahn einzuschlagen. Gerade am Anfang ist es wichtig, die Erfahrung anderer zu nutzen, um sich in den universitären Strukturen zurechtzufinden. Heute kann ich etwas für Euch tun, wenn ihr den Mut habt und Euch auf ein Studium einlasst.

     
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