Ercan Durmaz

In Grundschulen sind Schüler mit Migrationshintergrund zahlenmäßig stark vertreten, hier sind die Ausnahmen längst zur Regel geworden – jedes dritte Kind unter sechs Jahren hat einen Migrationshintergrund.
Schaut man jedoch an Hochschulen, möchte man fragen: Wo sind sie geblieben? Die jungen Leute mit Migrationshintergrund scheinen abgetaucht zu sein. Viele von ihnen haben sich für eine Berufsausbildung entschieden, auch wenn ihr Abschluss sie durchaus für ein Studium qualifiziert hätte. Gerade mal 8 von 100 Jugendlichen mit Migrationshintergrund studieren.

Und wer es an die Uni geschafft hat, muss sich nicht nur mit dem Lehrstoff herumschlagen, sondern ist oft auch Einzelkämpfer. Hilfsangebote der Hochschulen werden kaum wahrgenommen.
Häufig fehlt auch die Unterstützung aus dem Elternhaus. »Warum willst du denn studieren, verdien doch lieber Geld«, ist wohl eines der häufigsten Argumente, mit denen sich jene, die zum Studium entschlossen sind, herumschlagen müssen. Von geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen einmal ganz abgesehen.
Wer sich dennoch nicht von seinem Weg an die Hochschule abbringen lässt, wird mit viel Neuem konfrontiert. Deshalb unterstütze ich das Projekt „Warum denn nicht? Migration und Bildung“, denn es gibt konkrete Hilfestellung für Studierende mit Migrationshintergrund und sorgt dafür, dass auch sie ihre Bildungschancen wahrnehmen können.

 

Ercan Durmaz


     
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