Anrechnung bei Sozialleistungen

Wer unter 25 Jahre alt ist, nicht mehr als 455 € (Stand: 2020, bis 31.12.2019: 445 €) an monatlichem Einkommen bezieht und gesetzlich versicherte Eltern hat, kann in der Regel über die Eltern kostenlos familienversichert werden. Die Familienversicherung ist auch bei EhepartnerInnen oder gesetzlich eingetragenen Lebenspartnern möglich, wobei die Altersgrenze keine Rolle spielt. Auch bei behinderten Kindern kann die Altersgrenze entfallen (§ 10 Abs. 2 Nr. 4 SGB V). Bei einer geringfügigen Beschäftigung (z.B. Mini-Job) besteht gleichfalls kein Konflikt mit der Familienversicherung.

Erreicht das Einkommen kritische Höhen und droht eine Überschreitung, müssen Sie dies eigenständig der Krankenkasse melden. Andernfalls kann es bei späteren Datenabgleichen und nachträglichem Wegfall der Familienversicherung zu erheblichen Nachzahlungen für die Krankenversicherung der Studenten kommen.

Besonderheiten in der Coronakrise:

Hinzuverdienst, der während des laufenden Bewilligungszeitraums wegen eines Jobs, der im Zuge der Corona-Krise im Gesundheitsbereich oder der Landwirtschaft aufgenommen wird, erfährt eine Sonderregelung bei der Anrechnung. Es kann infolgedessen zwar kein Einkommen zusätzlich anrechnungsfrei verdient werden, allerdings wird nicht wie sonst das Einkommen gleichmäßig auf alle Monate des Bewilligungszeitraums verteilt, was bei einer Einkommensaufnahme später im Förderzeitraum zu einer Rückforderung für die zurückliegenden Monate führen würde, sondern die Anrechnung des höheren Einkommens erfolgt nur für die Monate, in denen es auch erzielt wird. Davor und danach behalten Sie Ihren Anspruch ohne das höhere Einkommen.

Wer BAföG-Leistungen bezieht, sollte beachten, dass über 5420 € Brutto-Erwerbseinkommen pro Jahres-Bewilligungszeitraum (Stand: WiSe 19/20) eine Anrechnung auf die Leistungen zu erwarten ist. Die Grenze gilt für Alleinstehende ohne sonstige besondere Einkommen (z. B. Waisenrente, welche einen eigenständigen Freibetrag auslöst).

Erstausbildung

Neben dem Studium zu arbeiten, ist bei Erstausbildungen im Kindergeldbezug unkritisch.

Zweitausbildung

Die Regelungen für Kinder ab 18 Jahren sind  in § 32 Abs. 4 EStG zusammengefasst. Dort finden sich auch die Formulierungen zum Arbeiten neben dem Studium in einer Zweitausbildung:

     
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