Nach § 10 Abs. 3 Satz 1 BAföG wird keine Ausbildungsförderung geleistet, wenn der/die Auszubildende bei Beginn des Ausbildungsabschnitts, für den er/sie Förderung beantragt, das 30. Lebensjahr vollendet hat (beim Master gilt das 35. Lebensjahr).

§ 10 Abs. 3 Satz 2 enthält aber einige Ausnahmen vom formulierten Grundsatz. Auszubildende, die aus anerkannten Gründen gehindert waren, die Ausbildung rechtzeitig zu beginnen, können sich auf diese Ausnahmebestimmungen berufen, wenn sie das Studium unmittelbar nach Wegfall des Grundes beginnen (allgemeine BAföG-Seite hierzu).

Für studentische Eltern gilt hier insbesondere:

Die Erziehung von Kindern unter 14 Jahren (siehe unten!) kann als Verzögerungsgrund geltend gemacht werden, wenn

  1. während des 30. Geburtstags Kindererziehung vorlag, die
  2. kontinuierlich bis zum Beginn des Studiums durchgeführt wurde, wobei
  3. eine Erwerbstätigkeit bis zu 30 Wochenstunden unschädlich ist (bei Alleinerziehenden sogar Vollzeit, um dadurch Leistungen der Grundsicherung zu vermeiden).

Die genaue Formulierung findet sich in § 10 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 BAföG. Wenn das jüngste betreute Kind vierzehn Jahre alt wird, muss der nächstmögliche Termin zur Immatrikulation genutzt werden, soll die Ausnahmeregelung nicht erlöschen.

Die Altersgrenze für die betreuten Kinder wurde durch 26. BAföG-Reform von 10 auf 14 Jahre angehoben (gültig ab WiSe 2019/20). Bei nach den alten Regeln abgelehnten Anträgen, sollte ein erneuter Antrag gestellt werden, wenn das jüngste Kind bei Aufnahme des Studiums noch nicht 14 Jahre alt war!

     
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