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Bei der Immatrikulation wird ein Krankenversicherungsnachweis verlangt. Dies liegt daran, dass Studierende normalerweise per Status in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind, ähnlich wie das bei Arbeitnehmern durch den Status der abhängigen Beschäftigung der Fall ist. Die Hochschule ist verpflichtet diesen Sachverhalt zu überprüfen und fordert deshalb die Bescheinigung einer gesetzlichen Krankenversicherung zu dieser Angelegenheit.

Diese Bescheinigung kann folgendes feststellen:

1.

Sofern Ihre Eltern in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, läuft Ihre Krankenversorgung zu Beginn des Studiums - sofern Sie unter 25 Jahre alt sind - kostenfrei über die Familienversicherung. Sind Sie mit einem gesetzlich krankenversicherten Partner verheiratet oder als Lebenspartnerschaft eingetragen, läuft die Familienversicherung hierüber sogar ohne Altersgrenze. Die Bescheinigung erhalten Sie dann von der familienversichernden Krankenkasse.
Weitere wichtige Infos zur gesetzlichen Familienversicherung...

2.

Entfällt die Möglichkeit der Familienversicherung, so tritt an ihre Stelle die ganz oben erwähnte gesetzliche "Krankenversicherung der Studenten" (ca. 87 € monatlich, Stand: WiSe 2016/17, bei einem Zusatzbeitrag von 0,8%). Sie entscheiden dann selbst, in welche Krankenkasse Sie eintreten wollen, stellen dort einen Antrag zur Aufnahme und erhalten dort Ihre Bescheinigung zur Immatrikulation.
Weitere wichtige Infos dazu ...

3.

Sind Sie bei Antritt des Studiums bereits über 30 Jahre alt (und nicht über einen Partner familienversichert), entfällt auch die "Krankenversicherung der Studenten", sofern keine Verlängerungsgründe angeführt werden können. Waren Sie vor dem Studium in der gesetzlichen Krankenversicherung, so können Sie sich dort in der Regel durch rechtzeitigen Antrag freiwillig versichern (derzeit ca. 160 € monatlich).
Weitere wichtige Infos dazu ...
Sich in dieser Situation privat zu versichern, muss in diesem Alter nicht unbedingt günstiger sein.

4.

Sind ihre Eltern privat krankenversichert, so wird das über ein zusätzliches Vertragselement auch für Sie gelten. Wollen Sie diese private Versicherung beibehalten, wäre es unsinnig, die mit der Immatrikulation entstehende gesetzliche "Krankenversicherung der Studenten" beizubehalten. Dafür muss eine Befreiung von der studentischen Krankenversicherung bei einer beliebigen gesetzlichen Krankenkasse beantragt werden (nur in den ersten drei Monaten des Studiums möglich und endgültig für das gesamte Studium!).
Vielen Studierenden ist nicht klar, dass die oben erwähnte Bescheinigung für das Immatrikulationsamt im Falle der privaten Versicherung nicht einfach nur ein Versicherungsnachweis ist, sondern auch die Bewilligung eines Antrags auf Befreiung von der studentischen Krankenversicherung, welche endgültig ist. In die recht günstige gesetzliche Krankenkasse (ca. 87 € monatlich) kommen Sie während des Studiums nicht wieder zurück! Das will gut überlegt sein. Vielfach ist es sinnvoller, die private Versicherung zu kündigen, statt sich aus der gesetzlichen zu befreien. Dazu mehr im entsprechenden Unterabschnitt "Befreiung" hier!

5.

Sollten Ihre Eltern Beamte sein und Sie über diesen Status bereits eine Krankenversorgung erhalten ("Beihilfe"), so steht auch hier eine Entscheidung über die Befreiung von der Krankenversicherung der Studenten an (ähnlich wie bei den privat versicherten in Punkt 4).
Die Beihilfe läuft aber nur solange wie die Kindergeldzahlung, welche in der Regel mit dem 25. Geburtstag endet. Sollte sich bereits zu Beginn des Studiums abzeichnen, dass Sie diese Altersgrenze im Laufe des Studiums überschreiten werden, muss zumindest eingehender darüber nachgedacht werden, ob im jeweiligen Einzelfall die Befreiung von der studentischen Pflichtversicherung der langfristig günstigere Weg ist. Wenn die Beihilfe endet, müssen Sie sich eigenständig privat versichern, was 100 € pro Monat oder mehr kosten kann (gesetzliche: ca. 87 € monatlich)! Das Perfide ist nur, dass mit der Beihilfe auch das Kindergeld der Eltern und die daran gekoppelten Tarif- und Steuervergünstigungen wegfallen. In dem Moment, wo Sie mehr Geld brauchen, haben Ihre Eltern also weniger zu vergeben!

 

Fazit:

Die Krankenversicherungsbescheinigung zur Immatrikulation ist nicht einfach nur ein "Routine-Wisch", sondern oftmals Ausdruck einer endgültigen Entscheidung, deren Konsequenzen Sie vorher kennen sollten! Darüber sollten insbesondere Kinder von Selbständigen oder Beamten eingehender mit ihren Eltern reden.

     
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