Problembeschreibung

Der Studierende an der Uni Oldenburg befindet sich am Ende des 4. Semesters und die BAföG-Leistungen wurden für das 5. Semester eingestellt, weil die am Ende des 4. Semesters üblichen Leistungen nicht nachgewiesen werden können. Mögliche Ausnahmeregelungen (wg. Krankheit, Kindererziehung,...), die im BAföG vorgesehen sind, kann er nicht in Anspruch nehmen.

Allerdings haben die Eltern immer schon mit 200 € kofinanziert, obwohl im BAföG-Bescheid nur 140 € als ihr Anteil aufgeführt wurden. Weil er noch unter 25 Jahre alt ist und seine Eltern gesetzlich krankenversichert sind, ist er bei ihnen kostenlos familienversichert. Die Mietbelastung liegt bei 250 € (190 € Bruttokaltmiete, 20 € Strom, 40 € Heizung). Der BAföG-Bedarf war in seiner Konstellation 649 € (Stand: WiSe 2017/18), ausgezahlt wurden nach Abzug des Elternanteils 509 € (bis Ende des 4. Semesters).

Woher das fehlende Geld?

Zum Arbeiten bleibt neben dem Studium keine Zeit. Stipendien sollen hier nicht weiter diskutiert werden, weil nur wenige eines bekommen können. Der Bildungskredit hat bei Bachelor-Studiengängen nur noch die Auflage, dass die Leistungen des 1. Studienjahrs erfolgreich erbracht wurden. Dies soll hier der Fall sein.

Um nicht zu hohe Schulden zu machen, begrenzt der Student den Kredit auf eine Laufzeit von sechs Monaten und eine Auszahlungshöhe von 300 € (beim Bildungskredit geht monatlich ohnehin nicht mehr). Im sechsten Semester kann er möglicherweise wieder in den Bezug von BAföG einsteigen, wenn er alles nachholen kann (was sicher nicht einfach wäre). Da 200 € Unterhalt und 300 € Kredit immer noch etwas knapp bemessen sind, soll Wohngeld die Lücke schließen. Wohngeld kann wegen der BAföG-Ablehnung ausnahmsweise gezahlt werden.

Wohngeldberechnung

Die Mietbelastung liegt bei 250 € (190€ Bruttokaltmiete, 20 € Strom, 40 € Heizung). Da 200 € Unterhalt und 300 € Kredit immer noch etwas knapp bemessen sind, soll Wohngeld die Lücke schließen.

Hauptfaktoren für die Wohngeldformel sind Miete und Einkommen:

In der Wohngeldermittlung wird zunächst nur die Bruttokaltmiete - hier 190 € - herangezogen. Es gibt eine Obergrenze, die aber in Oldenburg bei Single-Haushalten 434 € beträgt, selbst wenn man in einer WG wohnt. Somit können die 190 € voll in die Rechnung eingehen und sind die Grundlage für Wohngeldermittlung.

Im Wohngeldgesetz werden Darlehen nicht als Einkommen behandelt, womit nur noch die Unterhaltszahlungen eine Rolle spielen: 200 € Unterhalt gehen als Input für die Wohngeldformel ein.

Ergebnis: 166 € Wohngeld

Insgesamt stehen foglich 200 € Unterhalt + 300 € Kredit + 166 € Wohngeld = 666 € zur Verfügung.

Glaubwürdigkeit des Antrag: "Mindesteinkommen"

Wie hier beschrieben lehnen die Wohngeldstellen Anträge ab, wenn zu wenig Einkommen vorliegt, weil unterschlagenes Einkommen unterstellt wird. Für Student 1 ergäbe sich folgendes Sozialhilfeniveau plus Studienkosten:

Lebenshaltungskosten

416,00

Regelbedarf für Alleinstehende (Stand 2018)

230,00

Miete (ohne Strom)

58,35

Rückmeldegebühr (Uni WiSe 2017/18): 350,10 € / 6

704,35

Gesamtbedarf

Student 1 kann seinen Bedarf mit 666 Euro fast decken, wenn er keine besonderen Belastungen oder Schulden bedienen muss. Leichte Unterschreitungen sind tolerabel, weil die Anlehnung an das Sozialhilfeniveau ohnehin nur eine Faustformel ist. Es ist allerdings möglich, dass die Wohngeldstelle eine genauere Aufstellung der Kosten und Einnahmen abfordert. Es wäre sinnvoll, einen Antrag auf Erstattung der Semesterticketgebühren beim AStA der Universität zu stellen. Damit wären ca. 30€ monatlich einsparbar.

     
Go To Top