Nachteilsausgleiche im Studium

Behinderte und chronisch erkrankte Studierende sind an Hochschulen häufiger anzutreffen, als es zunächst den Anschein hat. Denn zunächst nicht offensichtliche, aber gravierende gesundheitliche Beeinträchtigungen wie z. B. rheumatische Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hörschädigungen und psychische Erkrankungen kommen in allen Bevölkerungsschichten vor, also auch bei Studierenden.

In die Behindertenberatung kommen häufig zukünftige LehrerInnen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen mit ihren Fragen. Aus diesem Grund hat die Beraterin nach mehreren Gesprächen mit einer Bezirksvertrauensperson der schwer behinderten Beschäftigten an Schulen bei der Landesschulbehörde, Abt. Osnabrück, folgende Informationen zusammengestellt.

Rechtzeitige Beantragung und Beratung notwendig

Für Studierende mit Körper- oder Sinnesbehinderungen, chronischen Erkrankungen, Legasthenie oder psychischen Problemen stellt das Bachelor- und Masterstudium oft eine große Herausforderung dar. Der sehr straffe Stundenplan, der hohe Workload und die eng aufeinander folgenden Modulprüfungen sind schon für die „Normalstudierenden“ sehr anstrengend.

Bibliotheks- und Informationssystem BIS

Das BIS der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, individuell auf die Bedürfnisse von behinderten und chronisch kranken NutzerInnen einzugehen.Dieses beinhaltet Hilfestellungen und Serviceleistungen. Der Bedarf an umfangreichen Hilfestellungen (z.B. Kopieren eines ganzen Buches) sollte vorher angemeldet werden.

Personen mit nicht-sichtbaren Behinderungen oder Erkrankungen verschweigen nicht selten ihre Beeinträchtigung, da sie häufig auf wenig Verständnis stoßen. Zu diesen Beeinträchtigungen gehören etwa Legasthenie, Autismus, MS, Tinnitus, Morbus Crohn, Fibromyalgie, Nierenerkrankungen, Herzfehler oder psychische Erkrankungen.
Was viele nicht wissen: An der Hochschule stehen ihnen ebenso Hilfen und Nachteilsausgleiche zu wie KommilitonInnen mit sichtbaren Behinderungen.

Die Behindertenberatung hat zur Sensibilisierung für dieses Thema vier Plakate erstellt zum kostenlosen Download. Außerdem ist Wiebke Hendeß darauf eingegangen bei einem Interview mit dem Campusradio.
Hier ein Erfahrungsbericht eines Oldenburger Studierenden nach einen Schlaganfall zur konkreten Hilfe durch einen Nachteilsausgleich..

In dem Ende 2011 gegründeten Gesprächskreis für Studierende mit nicht sichtbaren Beeinträchtigungen besteht die Möglichkeit zum Informations- und Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen sowie zu gegenseitiger Motivation und Unterstützung. Weiterhin können hier Ideen gesammelt werden für weitere Projekte. Kontakt zu dem Autasuch "anders normal studieren" am besten direkt über die Email-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Das nächste Treffen der Selbsthilfegruppe finden Sie auf der Homepage des Autonomen Referats für behinderte und chronisch kranke Studierende im AStA.
Das Team Neurodiversität - eine Anlaufstelle für "anders-normale" Studis ist in diese Gruppe eingegliedert worden.

In Bremen gibt es beim Studentenwerk eine eigene Gruppe für Studierende mit ADHS.

Das Neuronetzwerk Weser-Ems
kümmert sich um die Nachsorge und Teilhabe für Menschen mit Hirnschädigung und neurologischer Beeinträchtigung

Bundesweit gibt es eine Interessensvertretung für Studierende mit Darmerkrankungen, mit Hörschädigunge, für sehbehinderte und blinde Studierende und für Studierende für Legasthenie/Dyskalkulie die Interessensvertretung Junge Aktive im BVL (Flyer als Download).

Inklusionstutor:innen der Universität Münster haben  drei Projekte entwickelt, die gerne über Münster hinaus beworben und genutzt werden können.

  • Podcast "Uni inklusiv - gemeinsam verschieden": Interviews und Beiträge rund um das Thema Studium mit Beeinträchtigung, nicht nur in Münster. Zuhören bei den gängigen Podcast Anbietern und auf der Homepage der WWU.
  • Instagram Account "@wwu_muenster_inklusion": Social Media Account des Inklusionstutor:innen Programms - mit Themen auch abseits der WWU Münster. Wir freuen uns auf Reichweite und Vernetzung (gerne auch Themenvorschläge) 😊
  • Offene Gesprächsrunde "Studieren mit Autismus": Offener Austausch mit dem  Ziel  Barrieren aufzuzeigen und zu diskutieren, Vorurteile zu benennen und abzubauen und einfach eine angenehme Gesprächsrunde zu organisieren. Offen für alle interessierten Personen. Termin (aktuell) immer am letzten Donnerstag eines Monats von 10 bis 12 Uhr c.t. per Zoom. Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Nachteilsausgleiche erleichtern schriftliche Arbeiten

Nicht wenige LegasthenikerInnen schaffen die Zulassung zur Universität oder Fachhochschule. Bundesweit studieren laut einer Umfrage des Deutschen Studentenwerks 1% aller Studierenden mit einer Legasthenie, inoffiziell ist sogar von 2% auszugehen. Legasthenie ist eine Behinderung, bei der beim Aufnehmen und /oder Abfassen von Texten Fehler auftreten.

     
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