Jobberin 7 hat einen Minijob mit einem tatsächlichen Verdienst von 450€ monatlich durchgeführt. Sie ist unter 25 Jahre alt und bei ihren Eltern in der gesetzlichen Familienversicherung, die kostenfrei ist. Die Eltern geben das Kindergeld (204 €) an sie weiter. Außerdem erhält sie BAföG für diese Situation (also ohne Krankenkassenpauschale) unter Abzug von 200 € angerechnetem Elterneinkommen: 544 € (Stand. WiSe 2019/20). Alles in allem hat sie es mit 1.198 € monatlich recht gut getroffen. Nun möchte ihr Arbeitgeber sie aber ab dem 1.10. des Jahres zu 550 € brutto (unterhalb von 20 Wochenstunden) dauerhaft anstellen, was aber im Rahmen der Minijob-Regelung nicht mehr abzurechnen wäre. Was passiert folglich, wenn Jobberin 7 dieses Angebot annimmt?

Folgen einer Ummeldung zum Werkstudentenjob:

Aktionen des Arbeitgebers

Mit Blick auf die Sozialversicherung:
1. Abmeldung des Minijobs bei der Minijobzentrale zum 30.9. des Jahres.
2. Anmeldung eines Werkstudentenjobs bei der Krankenkasse unter Abzug von 33,17 € Rentenversicherung vom Bruttolohn.

 

Mit Blick aufs Finanzamt:
3. Anmeldung des Jobs beim Finanzamt mit Steuerklasse I, Einkommenssteuer wird bei 550 € in Steuerklasse I noch nicht fällig.

Mit Blick auf die Arbeitnehmerin:
4. Auszahlung von 516,83 € netto ab Oktober

Aktionen der Studentin

Mit Blick auf die Krankenkasse:
Pflichtgemäße Mitteilung der Einkommensveränderung bei der Abteilung Familienversicherung der Krankenkasse ihrer Eltern. Die Kasse beendet daraufhin die Familienversicherung und teilt der Studentin mit, sie habe sich für ca. 104 € monatlich selber zu versichern.

Mit Blick aufs BAföG-Amt:
Pflichtgemäße Mitteilung der Einkommensveränderung beim BAföG-Amt und Abgabe eines Belegs über die neu entstandenen Krankenkassenkosten:
a) Weil das BAföG-Amt davon ausgeht, dass 550 € monatlich im ganzen folgenden Bewillgungszeitraum erzielt werden, muss es den Auszahlungsbetrag um ca. 100 € reduzieren.
b) Wegen der eigenständigen Krankenversicherung steigt aber gleichzeitig der BAföG-Bedarf um 109 €.
c) Auszahlung ab Oktober dann: ca. 553 €.

Fazit: Mehr Arbeit, weniger Geld!

Jobberin 7 hat nun mehr zu arbeiten. Von den 100 € mehr an Bruttoverdienst bleiben ihr netto aber nur 66,83 €, weil die Rentenversicherung vom Lohn abgezogen wird. Sie muss ihre 104 € Krankenkassenbeitrag selber zahlen. Das BAföG erhöht sich im Endeffekt aber nur um 9 €:

Vorher:
450 € Job
+ 544 € BAföG
+ 204 € Kindergeld
= 1.198€.

Nachher:
516,83 € Job
+ 553 € BAföG
+ 204 € Kindergeld
-104 € KV
= 1.169,83 €

Sie hat folglich weniger Geld zur Verfügung als vorher. Würde sie sogar 600€ brutto verdienen, wären weitere 50€ weniger an BAföG zu zahlen. Das hebt sich aber nicht einfach auf, denn durch den Abzug der Rentenversicherung erhält sie ja nicht 600€ ausgezahlt, sondern 560,98 € netto. Das Ergebnis dann:

560,98 € Job
+ 503 € BAföG
+ 204 € Kindergeld
-104 € KV
= 1.163,98 €.

     
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