Allgemeines

Der Kinderzuschlag wurde gleichzeitig mit dem Arbeitslosengeld II eingeführt, um Eltern, die genug Einkommen für ihren eigenen Lebensbedarf aufbringen, allerdings nicht genug für ihre Kinder, eine Alternative zum Arbeitslosengeld II (Alg2) zu bieten. Sie sollten stattdessen zur Kindergeldkasse gehen.

Leider ist selbst die Aufzählung der folgenden Kriterien für den Bezug von Kinderzuschlag nur eine vereinfachende Darstellung und insbesondere für Studierende noch deutlich komplizierter. Insofern wäre ein Kontakt zur Sozialberatung vor Antragstellung sinnvoll.

Kriterien

Folgende Kriterien sind aus § 6a Bundeskindergeldgesetz (BKGG) ableitbar:

  1. Die Kinder leben im Haushalt der Eltern, sind nicht verheiratet/verpartnert und haben das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet.
  2. Die Eltern müssen Kindergeld für die betreffenden Kinder erhalten.
  3. Das Bruttoeinkommen inclusive Darlehen aber ohne Wohngeld, Kindergeld und Kinderzuschlag erreicht mindestens 900 Euro bei Paaren und 600 Euro bei Alleinerziehenden (Mindesteinkommen).
  4. Bis 31.12.2019: Für den Gesamthaushalt muss mit Hilfe des Kinderzuschlags und aller anderen Einkommen Bedürftigkeit nach den Regeln des Arbeitslosengeld II vermieden werden.
    Ab 1.1.2020: Für den Gesamthaushalt darf unter Einbeziehung aller anderen Einkommen Bedürftigkeit nach den Regeln des Arbeitslosengeld II nicht vorliegen, dies muss aber nicht mehr durch den Kinderzuschlag bewirkt werden.

Einkommensanrechnung

  1. Das nach den Regeln des Arbeitslosengeld II bereinigte Einkommen und Vermögen des Kindes (ohne Wohngeld, ohne Kindergeld) wird auf den Kinderzuschlag angerechnet. Insbesondere auf Unterhalt(svorschuss) wäre dabei zu achten. Ab 1.7.2019 wird nur noch 45% des bereinigten Kindeseinkommens angerechnet. Daher ist in Fällen von Kindesunterhalts- oder Unterhaltsvorschusszahlung ein zusätzlicher Anspruch auf Kinderzuschlag realistisch geworden.
  2. Auch das Einkommen und Vermögen der Eltern wird angerechnet, soweit es ihren Alg2-Bedarf überschreitet. Erwerbseinkommen wird dabei in der Regel privilegiert behandelt und nur zu 45% angerechnet.
  3. Bei der Einkommensermittlung wird strikt auf die sechs Monate vor dem Monat der Antragstellung abgestellt. Das gilt auch für die Berechnung der Bedürftigkeit nach Kriterium 4 in der obigen Aufzählung.
    Achtung, es gibt bedingt durch die Corona-Pandemie eine befristet wirksame Verkürzung des Bemessungszeitraums auf einen Monat und eine Nicht-Anrechnung von Vermögen (sofern nicht "erhebliches Vermögen"). Dies gilt für Anträge, die zwischen dem 1.4. - 30.09.2020 eingehen, Gesetz, Artikel 6 Nr. 2 genau lesen!

Weitere Veränderungen durch das "Sozialschutz-Paket":

  1. Im Zeitraum vom 1.4. - 30.9.2020 endende Bewilligungen von maximalem Kinderzuschlag sollen von Amts wegen automatisch, also ohne eigene Antragstellung, verlängert werden. Dies gilt folglich nicht für Bewilligungen, die wegen Einkommens- oder Vermögensanrechnung reduziert waren.
  2. Für Bewilligungen, die vor dem 1.4.2020 begonnen haben, kann ausnahmsweise in den Monaten April und Mai 2020 ein Überprüfungsantrag wegen geringerem Elterneinkommen gestellt werden. Der Berechnung soll dann - wie oben - nur ein Monat zugrunde liegen.
    (Quelle siehe oben!)

Antrag

In der Regel muss der Antrag an die Kindergeldkassen der Arbeitsagenturen gerichtet werden. Die Antragsbearbeitung dauert aber einige Zeit.

Gesetzesgrundlage: § 6a Bundeskindergeldgesetz

Merkblatt Kinderzuschlag

     
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