Wer BAföG-Leistungen bezieht, sollte beachten, dass über 5412 € Brutto-Erwerbseinkommen pro Jahres-Bewilligungszeitraum (Stand: WiSe 16/17) eine Anrechnung auf die Leistungen zu erwarten ist. Die Grenze gilt für Alleinstehende ohne sonstige besondere Einkommen (z. B. Waisenrente, welche einen eigenständigen Freibetrag auslöst).

Hat der/die BAföG-Leistungsbeziehende Kinder oder einen Ehepartner, so wird die Einkommensanrechnung komplizierter. Im allgemeinen erweitert sich aber der Freibetrag.

Die Jahresverdienstgrenze kann nicht umstandslos auf Einkommen aus selbständiger Tätigkeit übertragen werden.

Etwas genauer lässt sich das Anrechnungsverfahren mit der unten beschriebenen Rechenhilfe prognostizieren.

Was nach dieser Rechenoperation noch übrig bleibt, entspricht dem Anrechenbetrag auf die monatliche BAföG-Leistung. Beim hier gewählten Beispiel erfolgt keine Anrechnung.

Wichtig: Wenn in Ihrem Studium ein Praxissemester oder Praktikum vorgeschrieben ist, gelten die Freibeträge nicht für deren Vergütung. Dazu mehr ...

Rechenschema für eine/n Studierende(n) ohne Kind und ledig, mit einem befristeten Ferien-Job:

Verdienst: 5412 € Brutto, sonst keine Erwerbstätigkeit im Bewilligungszeitraum

Gesamterwerbseinkommen im Bewilligungszeitraum
(nicht Kalenderjahr, siehe § 22 BAföG!)

5412 €

abzgl. Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung (§ 22 Abs.1)
(nicht bei selbständiger Tätigkeit anwendbar, stattdessen Einzelkostennachweis)
(1000 € für 12 Monate, entsprechend weniger bei kürzerem Bewilligungszeitraum)

4412 €

entspricht durchschnittlich im Monat
(4412 € : 12 = 367,67 € )

367,67 €

hiervon abzuziehen ist die Sozialpauschale nach § 21 Abs. 2 Nr. 1
(21,2%, 367,67 € x 0,788 = 289,72 € )

289,72 €

hiervon abzuziehen sind Steuern
(falls welche abgeführt wurden; hier 0 € )

289,72 €

hiervon abzuziehen der Freibetrag nach § 23 Abs. 1 Nr. 1:
(290 €: 289,72 € - 290 € = -0,28 € )

-0,28 €

Anzurechnendes Einkommen

0 €

     
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